Informationen für Tierhalter

Auf dieser Seite veröffentlichen wir wichtige Themen rund um unsere Haustiere. Wenn Sie Fragen zu unseren Leistungen haben, sprechen Sie uns gerne an.


Informationen zu Anästhesien, Narkosen und Narkoseüberwachung bei Hund und Katze

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Viele Eingriffe und Untersuchungen im tierärztlichen Alltag setzen eine Ruhigstellung und somit Narkose beim Tier voraus. 
Hiervor haben aber viele Patientenbesitzer Angst, denn jederman fürchtet Narkosezwischenfälle, von denen man gelegentlich gehört oder gelesen hat.

Narkosezwischenfälle können nie ganz ausgeschlossen werden, sind aber sehr seltene Ereignisse!

Der geübte Umgang mit einer zuverlässigen Narkoseüberwachung muß durch ständiges "Training" sichergestellt werden.

Anästhesie bedeutet Schmerzausschaltung. Entweder lokal durch Lokalanästhetika oder eine Allgemeinanästhesie im Rahmen einer Vollnarkose. Narkosen unterscheidet man in Injektions- und Inhalationsnarkosen, die auch miteinander kombiniert werden können.

Für Injektionsnarkosen gibt es diverse Medikamente, die sich in der Wirkungsbreite, Dauer und anästhesierender Wirkung sehr unterscheiden. Einige Narkotika haben kaum anästhesierende Wirkung und sollten dann mit Schmerzmitteln ergänzt werden. Um eine ausgeglichene Narkose zu erhalten, wird ein Gemisch von 2 oder 3 verschiedenen Narkotika benutzt. Dadurch wird die Menge der Narkosemittel reduziert und man erzielt eine deutlich verringerte Komplikationsrate.

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Für längere Operationen bietet sich eine Inhalationsnarkose an. Hierbei wird dem Tier nach der Injektion einer Sedation ein Tubus in die Luftröhre geschoben und das Tier atmet jetzt ein Gemisch aus Sauerstoff und Narkosegas ein. 

Die Vorteile dieser Narkose sind:

• Die Narkose ist sehr leicht steuerbar durch Verringerung oder Erhöhung des Narkosegasanteiles
• Gute Sauerstoffversorgung des Körpers
• Durch den Tubus kann kein Schleim oder Mageninhalt in die Luftröhre und die Lunge gelangen

Senkung des Narkoserisikos:

• Das präoperative Legen venöser Zugänge (Venenkatheter)
• Präoperative Blutuntersuchung
• Sorgfältige Untersuchung von Herz und Kreislauf, evtl. ergänzt durch Röntgenaufnahme, EKG oder einer Herzultraschalluntersuchung
• Gute Narkoseüberwachung durch Reflexprüfungen, Prüfung des Kreislaufs mit Pulsoxymeter und durch geschultes Personal

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Zum Schluß einige häufig gestellte Fragen:

Was kann ich als Besitzer tun, um das Narkoserisiko zu senken?

Den Anweisungen Ihrer Tierarztpraxis folgen, hierzu gehört in der Regel, den Hund am Morgen der OP nicht zu füttern. Den Hund morgens noch einmal "Gassi" zu führen, damit sich Blase und Darm entleeren können. Wasser darf den Tieren in aller Regel bis zur Narkose angeboten werden. Nach der OP sollte das Tier warm gehalten werden, da es durch die Narkose zu einer Temperaturabsenkung kommt, dies gilt vor allem für kleinere Tiere. Aber auch hier gilt: Übereifer kann schaden. Gefahr der Verbrennung mit Rotlichtlampen usw. Falls Sie ihr Tier im "schlafenden" Zustand wieder in Empfang nehmen, Tier nicht hoch lagern, da das Tier torkeln und runter fallen kann. Katzen nicht springen lassen.

Gibt es die völlig sichere Narkose?

Nein, aber durch gute Untersuchung und Abwägen aller bekannten Risiken kann das Risiko für das Tier stark minimiert werden.

Tumorerkrankungen bei Haustieren

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Diagnose und Behandlung von Tumorerkrankungen nehmen immer mehr zu.
Tumore zeigen sich bei unseren Haustieren teilweise offen (Hauttumore, Tumore der Augen, Ohren, Mundhöhle, Hoden usw.) aber auch versteckt (maskiert).
Die Maskierung erfolgt dabei teilweise durch versteckte Lage im Körperinneren, teilweise durch das Vortäuschen einer "normalen" Erkrankung, die aber auf eine "normale" Therapie nicht anspricht.

Bei Untersuchung und Behandlung unserer Patienten ist es zu einer Hauptaufgabe geworden, versteckte Tumore zu suchen und zu finden, um so Beschwerden zu lindern und den Patienten viel Leid zu ersparen. Um Tumore zu entdecken, müssen alle diagnostischen Mittel zu Hilfe genommen werden:

• Gründliche Anamnese des Patienten
• Berücksichtigung der art- und rassetypischen genetischen Tumorwahrscheinlichkeiten
• Gründliche klinische Untersuchung
• Röntgenologische Untersuchung (möglichst digital, wegen der höheren Bildqualität)
• Weitergehende Untersuchungen mit einem guten Ultraschallgerät (möglichst mit mehreren Schallköpfen)
• Allgemeine und spezielle Blutuntersuchungen
• Histologische Untersuchung chirurgisch gewonnener Gewebeproben, Biopsien und Feinnadelaspiraten
• Gegebenenfalls Knochenmarkpunktion


Oft ein Schock für die Besitzer "Ist das das Ende für mein Tier?"

Wenn ein Tumor entdeckt wird, haben Tierärzte vielfältige Möglichkeiten, ihren Patienten zu helfen.

Chirurgische Entfernung (sofern möglich)
Chemotherapie (bei dafür "geeigneten" Tumoren)
Kombination einer chirurgischen Entfernung mit einer Chemotherapie (empfohlen bei z.B. Milz- oder Mastzelltumoren usw.)
Strahlentherapie (wofür in der Regel spezielle Kliniken aufgesucht werden müssen)
Immuntherapie (z.B. Leukoseimpfung bei Katzen) - diese Therapieart wird in den nächsten Jahren vorraussichtlich zunehmend an Bedeutung gewinnen
Unterstützende Therapie - z.B. Schmerzlinderung, diätetische Versorgung, Unterstützung und Aufklärung der Besitzer usw.


Die rechtzeitige Kastration, um geschlechtsspezifisch häufug auftretende Tumore zu verhindern (eine wichtige Maßnahme, die oft unterschätzt wird). Dadurch könnten fast 100% aller Milchdrüsentumore bei Katzen und Hündinnen, sowie auch Prostata- und Hodentumore bei Rüden verhindert werden.


Fazit:

Insgesamt kann gesagt werden, dass durch eine gründliche Untersuchung mit zielgerichteten Maßnahmen ein Vielzahl von Tumorerkrankungen erkannt und auch geheilt werden können. in einigen Fällen sind immerhin deutliche Verbesserungen der Lebensqualität zu erzielen.
Tumor (Krebserkrankungen) werden von vielen Tierbesitzern immer noch mit Erschrecken aufgenommen. Uns Tierärzten sollte es ein Anliegen sein, die Besitzer über alle Aspekte dieser Krankheiten aufzuklären und einen sinnvollen Weg mit dem geringsten Leiden für unsere Patienten zu wählen. Auch die psychosoziale Betreuung der Besitzer sollte mit in unsere Überlegungen eingebunden werden.

Beim Erkennen vom Tumorerkrankungen im Frühstadium sind die Möglichkeiten der Behandlung deutlich besser. Für Tierbesitzer bedeutet das, ihre Tiere sorgfältig zu beobachten und in Verdachtsfällen tierärztlich untersuchen zu lassen. Grundsätzlich zu empfehlen ist bei älteren Tieren eine jährliche Vorsorgeuntersuchung.

© Kleintierzentrum in Uetersen,  2018